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Herr ltd. OStD R. Rühl dankt den anwesenden Schülersprecherinnen und Schülersprechern für ihr großartiges
Engagement in den einzelnen Schulen und betont, wie essentiell der Beitrag der Schülerinnen und
Schüler für die Qualität von Unterricht und Schulleben ist. In diesem Sinne bittet Herr Rühl die Anwesenden, sich im Schulforum zu engagieren und das Schulforum als Chance zu begreifen, in der Schule demokratisch getroffene Entscheidungen herbeizuführen.

Herr Rühl versichert, dass auch ihm sehr an einer gelingenden Zusammenarbeit mit den Schülersprechern gelegen ist und ermutigt die Anwesenden, sich mit Fragen und Problemen an ihn, insbesondere aber an Herrn Rübig zu wenden.
 

Themen der Aussprache

G8

Natürlich ist auch auf dieser Bezirksaussprachetagung G8 ein Thema. Allerdings geht es nur um Probleme des Alltags, bzw. der Umsetzung von G8 (eine grundsätzliche Kritik an G8 wurde nicht laut). Angesprochen wird

-        wie schon auf der letzten Bezirksaussprachetagung, die Qualität der BUS-Stunden in den P-  
     Seminaren.

-        wie schon auf der letzten Bezirksaussprachetagung, die uneinheitliche Umsetzung der Vorgaben
      zur Schulaufgabe in Geschichte/Sozialkunde in Q11 bzw. Q12.

-        die Qualität der Stundenpläne (zu viele Freistunden, zu viel Nachmittags-unterricht)
      Herr Rühl macht die Schülerinnen und Schüler in dieser Zusammenhang darauf aufmerksam, 
      dass die Verantwortung für die Stundenpläne bei den ein  zelnen Schulen liegt, die ihrerseits zum
      Teil mit erheblichen Sachzwängen (z.B. Raummangel insbesondere in München) zu kämpfen 

     haben. Zugleich verweist er auf einen unter Umständen verhängnisvollen Kreislauf: Je mehr 
      Wahlmöglichkeiten die Schule den Schülern einräumt, desto komplexer wird der Stundenplan und
      desto höher die Wahrscheinlichkeit für schlechte Stundenpläne. Der Ministerialbeauftragte bringt
      aber auch die Hoffnung zum Ausdruck, dass sich die Situation in Bezug auf die Stundenpläne mit 
      dem Ausscheiden des G9-Jahrgangs entspannen wird, weil z.B. den Schulen wieder mehr Räume
      zur Verfügung stehen.

      Nicht zur Diskussion steht jedenfalls eine Absenkung der Mindeststundenzahl in der Oberstufe.

-        die Kosten für das Mittagessen in den Schulkantinen
     „Isst man drei oder gar vier Mal in der Woche für vier Euro oder mehr in der Schulkantine, so geht
 
    das schnell ins Geld“. Herr Rühl äußert Verständnis für die Klagen der Schüler über die so 
     entstehende finanzielle Belastung. Gleichwohl muss er die Hoffnungen auf eine grundsätzliche 
     Subvention der Mittagsverpflegung enttäuschen. Unterstützung gibt es im Moment nur für Hartz IV
    
Empfänger. Er ermutigt die Schüler aber zugleich, sich für Lösungen einzusetzen, wie sie in einigen
     Kantinen praktiziert werden, die neben dem normalen Essen ein verbilligtes Gericht des Tages
     anbieten.

-        der Niveauvergleich G8/G9
     Die in jüngster Zeit veröffentlichten Daten zu den Notenschnitten in G8 bzw. G9 führen zu der 
     Frage, ob G8 leichter oder weniger anspruchsvoll sei. Diese Bedenken kann Herr Rühl aber
     zerstreuen, indem er deutlich macht, dass die Zahlen bzw. Noten nicht wirklich vergleichbar sind,
     weil die Schüler im G8 im Durchschnitt eineinhalb Jahre jünger seien und von ihnen ganz andere
     Fähigkeiten und Kompetenzen gefordert würden, als von ihren Kollegen in G9.


Verschiedenes

Auf einzelne Anfragen hin stellt der Ministerialbeauftragte klar,
-        die Mittagspause kann im Einvernehmen mit Elternbeirat bzw. Schulforum als Freizeit deklariert 
     werden, nur dann darf der Schüler das Gelände auch verlassen.
-        dass nach §38 GSO Schülern mit entsprechender geistiger und charakterlicher Reife gestattet 
      werden kann in Freistunden etc. das Schulgelände zu verlassen. Es ist davon auszugehen, dass
      dies bei 10. Klässlern der Fall ist, zumal dies in Realschulen mit Recht gängige Praxis ist.

-        dass die zunehmend verbreitete Praxis, Stegreifaufgaben anzukündigen, auf die Dauer zu einer
     Änderung von §59 GSO führen wird. Im Moment kann sicher etwa ein angekündigte Ausfrage ein 
     angemessener Ersatz für eine versäumte angekündigte Stegreifaufgabe sein.

In diesem Zusammenhang und aufgrund entsprechender Beobachtungen von Schülersprechern weist Herr Rühl darauf hin, dass das Nachholen einer Arbeit nie den Charakter einer Bestrafung des Schülers bekommen darf. Selbstverständlich müssen Nachholschulaufgaben, wie jede andere Schulaufgabe auch, angekündigt werden.

-        dass kleine Leistungsnachweise qualifiziert sein müssen, d.h. sie sollen mehrere Dimensionen des
      Lernens einbeziehen. Ein reiner Vokabeltest ist in diesem Sinne kein kleiner Leistungsnachweis.